Westweg Etappe 6

Vom Harkhof aus führt der Westweg weiter zur Kreuzsattelhütte, und hier bietet sich eine wichtige Entscheidung an: Soll man die Verlängerung über den Brandenkopf in Angriff nehmen, oder folgt man dem regulären Verlauf des Weges? Wer die Zusatzstrecke wählt, wird mit einer großartigen Aussicht belohnt, doch auch der reguläre Westweg hat einiges zu bieten.

Oberhalb von Oberwolfach führt der Weg durch neue Abschnitte, vorbei an imposanten Windkraftanlagen, die eindrucksvoll die Landschaft prägen. Die Hohenlochernhütte lädt zu einer kurzen Rast ein, und ebenso kann man die Spitzfelsenhütte ansteuern, um eine Pause einzulegen. Von hier aus lohnt sich der Ausblick vom Spitzfelsen, ein fantastischer Blick auf die umliegende Landschaft.

Nach der genüsslichen Aussicht folgt der Abstieg nach Hausach. Hier erreicht man den tiefsten Punkt des gesamten Westwegs, wenn der Weg die Kinzig überquert. Das Ende der Etappe ist der Bahnhof von Hausach, ein wichtiger Knotenpunkt für Wanderer und Reisende, die ihre Wanderung fortsetzen oder beenden möchten.

Wanderwege am Hang. ein einzelner Baum steht am Weg.
Die sechste Etappe beginnt am Harkhof. Markant die übergroßen Stühle am Waldrand

Der kurze, aber steile Aufstieg nach dem Harkhof bringt den Kreislauf ordentlich in Schwung – und das sollte man besser nicht bei brütender Mittagshitze machen, denn der steile Abschnitt kann sehr anstrengend sein. Doch schon bald geht es auf dem Weg zur Kreuzsattelhütte bergab, wo man sich bei einem Brunnen mit frischem Wasser versorgen kann. Es ist ratsam, hier nochmal nachzufüllen, denn die nächsten Abschnitte bringen einem immer wieder kurze, aber anstrengende Steigungen und Gefälle, die den Körper auf Trab halten.

Die neuen Abschnitte auf diesem Streckenabschnitt können manchmal etwas frustrierend wirken, da der Weg immer wieder in steilen, kurzen Anstiegen und Abstiegen verläuft. Manchmal fühlt es sich fast so an, als würde man in einem ständigen Auf und Ab festhängen, was bei manchen Wanderern den Eindruck erwecken kann, dass der Weg sie ein bisschen hinters Licht führt. Doch es gibt immer wieder Ausweichmöglichkeiten, die einem zumindest etwas Erleichterung verschaffen können.

Dann steht eine Entscheidung an: Soll man den Schlenker über den Brandenkopf mitnehmen oder nicht? Bei mir war die Uhr schon auf 15:00 Uhr gefallen, und die Strecke war noch lang, also entschied ich mich, den Brandenkopf auszulassen. Stattdessen ging es direkt östlich vom Reiherskopf weiter. Der Weg bleibt weiterhin abwechselnd steil bergauf und bergab, wobei es keine besonders hohen, aber viele kleinere Steigungen gibt, die sich schnell summieren. Es geht stetig weiter, und obwohl es keine besonders großen Höhenunterschiede gibt, spürt man die Herausforderung des Weges im ganzen Körper.

Breiter Forstweg im Nadelwald. Am Ende die Kreuzsattelhütte im Schwarzwald
Ankuft an der Kreuzsattelhütte

Bereits aus der Ferne erkennt man eine Reihe von Windrädern, die sich weithin am Horizont abzeichnen. Tatsächlich konnte ich sie schon am Vortag von der Haaghütte aus erkennen, wenn das Wetter klar war. Der ursprüngliche Westweg führte genau über den Kamm, auf dem die Windräder mittlerweile stehen – aber seit 2021 wurde die Wegeführung angepasst. Heute führt der Weg immer wieder auf und ab, anstatt einfach gemütlich über den Kamm zu gehen. Kaum hat man den Höhenkamm erreicht, zwingt einen die neue Streckenführung dazu, wieder bergab zu gehen, nur um dann die gerade verlorenen Höhenmeter mühsam wieder hinaufzuklettern.

Wer sich diesen ständigen Auf- und Abstieg ersparen möchte, kann den Kammweg folgen. Doch auch dieser führt nahe an den Windrädern vorbei, was eine andere Art von Herausforderung darstellt. Hinter dem zweiten Windrad erreicht man eine Kreuzung, an der der Ebenacker Brunnen ausgeschildert ist. Es ist eine gute Gelegenheit, frisches, kühles Wasser zu tanken. Allerdings liegt der Brunnen ein wenig abseits vom Weg. Wenn man noch genug Vorrat hat, könnte es sich nicht lohnen, extra dafür einen Umweg zu machen.

Ein weiteres Windrad später erreicht man den Eckertsbrunnen, der allerdings sehr versteckt liegt und im Juli 2021 nur wenig Wasser führte. Das Brunnenrohr sah auch nicht besonders einladend aus, sodass ich mir entschieden habe, auf die nächsten Wasserquellen zu warten. Wer den Eckertsbrunnen dennoch besuchen möchte, sollte sich auf eine Suche abseits des Pfades einstellen.

Mossbewachsenes Rohr umrahmt von Kleeblättern. Ein dünner Wasserstrahl läuft aus ihm heraus. Das Wasser und das Rohr sind von Algen komplett grün.
Der Eckertsbrunnen kann beruhigt ignoriert werden…

Die Hohenlochernhütte ist definitiv eine der lohnenswertesten Stationen auf dem Westweg. Sie zählt nicht nur zu den schönsten Schutzhütten entlang des gesamten Weges von Pforzheim bis Hausach, sondern wahrscheinlich sogar auf der gesamten Strecke des Westwegs. Tagsüber wird sie vom Schwarzwaldverein Wolfach bewirtschaftet, und Wanderer können dort eine besondere Erfahrung machen. Die Hütte bietet einen Pod, der bis zu vier Personen Platz bietet – trocken und sicher, sodass man hier auch bei schlechtem Wetter eine angenehme Nacht verbringen kann. Der Aufenthalt im Pod ist kostenlos, aber eine Spende wird erbeten, um den Betrieb zu unterstützen.

Ein paar Meter unterhalb der Hütte gibt es einen Brunnen, der mit frischem Wasser versorgt, was für die Wanderer auf der Strecke eine wichtige Erfrischung bietet. Und etwas weiter unten findet man auch eine Komposttoilette, was den Komfort auf dieser eher abgelegenen Etappe der Wanderung erhöht.

Was jedoch wirklich heraussticht, ist die Aussicht von der Hütte. Die Panoramaausblicke auf die umliegende Landschaft sind schlichtweg atemberaubend und bieten die perfekte Gelegenheit, eine Pause zu machen und die Schönheit des Schwarzwaldes zu genießen. Wer hier übernachten möchte, sollte jedoch frühzeitig ankommen, denn die Hütte ist sehr begehrt, insbesondere in den Sommermonaten. Es lohnt sich also, den Tag etwas früher zu beginnen, um sich einen der begehrten Plätze zu sichern.

Das Dach der Hohenlochenhütte, im Hintergrund Blick Richtung Tal bei Hausach.
Ankunft an der Hohenlochenhütte. Ein kleiner Pod bietet eine trockene und saubere Unterkunft. Quelle und WC in wenigen Metern entfernt. Man kann es schon erahnen: Grandiose Aussicht. Tagsüber vom ötichen Schwarzwaldverein bewirtschaftet. Zum übernachten ist eine Spende erwünscht aber keine Pflicht. Wenn man hier aber übernachtet hat möchte man auf jeden Fall etwas spenden 🙂

Wenn die Hohenlochernhütte bereits besetzt ist, stellt die Schutzhütte auf dem Spitzfelsen eine hervorragende Alternative dar, wenn man einen Platz zum Übernachten sucht. Die Hütte bietet Platz für zwei Personen und ist perfekt für eine kleine, gemütliche Pause oder Übernachtung. Der Weg dorthin führt steil bergab, vorbei am Weißen Kreuz, einem markanten Punkt auf der Strecke. Der letzte Anstieg zum Spitzfelsen ist erneut herausfordernd und verlangt einem einiges ab, aber die Belohnung ist eine spektakuläre Aussicht in alle Himmelsrichtungen, die den Anstieg umso lohnenswerter macht.

Nach dem Gipfel des Spitzfelsens beginnt der lange, steile Abstieg hinunter nach Hausach. Dabei überquert man die Kinzig und erreicht die tiefste Stelle des gesamten Westwegs. Dieser Moment markiert das Ende des letzten anstrengenden Abschnitts, und die Entspannung beginnt mit der Überquerung des Flusses. Wenn man in Hausach ankommt, ist es eine gute Idee, noch ein Stück weiter zu gehen, um sich eine Pause zu gönnen. Direkt nach dem Ortseingang, etwas abseits vom Weg, findet man einige Einkaufsmöglichkeiten, wo man sich mit frischen Vorräten eindecken kann. Wer nach der Wanderung noch etwas Ruhe braucht, sollte den Bahnhof passieren und am Kinzigufer entlang spazieren. Hier gibt es mehrere schöne Plätze, an denen man die Beine hochlegen, die Landschaft genießen und die letzte Etappe in Ruhe ausklingen lassen kann.

Ausblick vom Spitzfelsen im Schwarzwald. Im Tal ist der Ort Hausach zu sehen.
Blick vom Spitzfelsen auf Hausach.

Etappendaten

Etappe 6: Harkhof – Hausach (15 km ohne Brandenkopf)

Wegezeit: Ca. 5:30 Stunden, mit Gepäck etwas mehr.

Anstieg: 476m, Abstieg: 924m



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