Von Trechtinghausen aus führt der RheinBurgenWeg in der Süd-Nord-Variante bis ins malerische Städtchen Bacharach. Der Weg verlangt zwar einige Höhenmeter, bietet jedoch auch eine kleine Überraschung: In Medenscheid befindet sich ein Weinautomat – eine wahre TrailMagic-Entdeckung.
Der offizielle Verlauf des Weges führt vom Morgenbachtal aus vorbei am Haus Waldfrieden, an den Kölschen Wiesen und dem Siebenburgenblick mit Ausblick auf die Burg Sooneck, bevor er Niederheimbach erreicht. Im Mai 2021 war dieser Abschnitt jedoch aufgrund eines Hangrutsches nicht begehbar. Eine ausgeschilderte Umleitung führt über die Bundesstraße 9 und durch Burg Rheinstein hinauf zur Schutzhütte Kölsche Wiesen. Wer jedoch dieser Umleitung folgte, stieß schnell auf ein verschlossenes Eisentor, da der Zugang zur Burg Rheinstein während der Pandemie gesperrt war.
Da die Kölschen Wiesen nur über einen großen Umweg mit unnötigen Höhenmetern erreichbar gewesen wären, entschieden wir uns, direkt am Rheinufer entlang zu wandern. Der Fernradweg war zum Wandern zwar weniger ideal – viele Radfahrer und eine recht monotone Strecke – doch für unser Ziel war er eine akzeptable Wahl. Wir folgten dem Weg bis in Höhe eines Steinbruchs, der uns die Möglichkeit bot, die Bahnstrecke zu unterqueren. Anschließend liefen wir ein paar hundert Meter auf der Bundesstraße, bevor wir wieder in den Wald einbogen.

Unterhalb von Burg Sooneck, die wir leider nicht zu Gesicht bekamen, führte der Weg wieder weg vom Rhein und der Straße hinauf zu den Ausläufern von Niederheimbach. Über idyllische, urbane Wege ging es weiter, und wir erreichten schließlich die Heimburg. Dort sorgt der Märchenweg für eine angenehme Ablenkung und eine wohlverdiente Entschädigung für das soeben erlebte „Bundesstraßendesaster“. Der Märchenweg bietet eine kleine Auszeit, die den Übergang von der Straße in die natürliche Schönheit der Umgebung wunderbar begleitet.

Guter helfer bei Regen: Der Regenschirm
Vielleicht schmunzeln einige jetzt: Einen Regenschirm fürs Wandern? Auch ich habe etwas länger gebraucht, bis ich es selbst ausprobiert habe. Es nervt, dass man in Regensachen sowieso nass wird, weil man beim Wandern schwitzt. Beim Poncho ist es zwar etwas besser, aber die Beine werden trotzdem nass, und irgendwie flattert das Teil auch ziemlich nervig. Also habe ich mich dazu entschieden, einen Trekkingschirm zu kaufen – und ich kann den Eberhard Göbel EuroSchirm Swing HandsFree nur wärmstens empfehlen.
Besonders hervorzuheben ist die außergewöhnliche Stabilität des Schirms. Zudem kann man aus verschiedenen Farben wählen, was natürlich ein nettes Extra ist. Ein weiterer Vorteil ist die eingebauten Teleskopstange, mit der man den Schirm kürzen und bequem am Rucksack transportieren kann. Aber das wirklich herausragende Merkmal ist die Möglichkeit, den Schirm einfach am Rucksack zu befestigen – so bleiben beide Hände frei für Wanderstöcke oder andere Aktivitäten.
Und sollte es mal windig werden, ist das kein Problem. Der Schirm lässt sich schräg einstellen, sodass er auch vor Wind schützt. Laut Hersteller ist er bis zu einer Windstärke von 12 getestet – was, ehrlich gesagt, schon fast zu heftig für einen Ausflug in die Natur ist. In solchen Stürmen suche ich dann doch lieber schnell eine sichere Unterkunft.

Ein kleiner Schlenker durchs Heimbachtal führt den Weg entlang der Weinhänge, nahezu immer in Sicht- und Hörweite von Wohnhäusern. An einem neu errichteten Brunnen geht es vorbei – hier hat man das erste Mal die Möglichkeit, Wasser aufzufüllen. Offiziell ist es zwar kein Trinkwasser, aber letztlich bleibt es jedem selbst überlassen, ob man es nutzt.
Ein etwas größerer Umweg führt durch das Gailsbachtal. Der Weg verläuft hier eher unlogisch, vermutlich um die Straße zu umgehen, und führt entlang eines Forstwegs etwas oberhalb der Wohnbebauung. Der Weg durch die Rheingoldstraße ist jedoch schöner – er bietet historische Gebäude und umgeht die unnötige Steigung des offiziellen Wegs.
Gemächlich geht es weiter durch die Weinhänge bergauf, bis man schließlich oberhalb der Burg Fürstenberg steht. Von hier aus eröffnet sich erneut ein atemberaubendes Panorama über das Rheintal.

Der Charakter des RheinBurgenWeges ändert sich hier grundlegend. War man zuvor noch überwiegend durch dichte Wälder gewandert, führt der Weg nun über die nahezu flache Hochebene, die sich mit weiten Feldern und Wiesen erstreckt. Der Ort Winzberg ist nur in der Ferne zu erblicken, und ein wenig später streift man das kleine Örtchen Medenscheid.
Der Aussichtspunkt bei der Grillhütte Medenscheid ist nicht mehr weit. Hier hat man wieder einen tollen Blick auf das Rheintal und, nur wenige Meter weiter, auch auf Bacharach. Von der Hütte aus sind es noch gut 500 Meter bis zum ersten „Trailmagic“ auf der Süd-Nord-Variante des RheinBurgenWeges – einem Weinautomaten, der Wanderern eine willkommene Erfrischung bietet.

Medenscheid hinter sich gelassen, führt der Weg nun etwas kreuz und quer, ein Tal umlaufend, und macht einen großen Bogen um Neurath. Der Abstieg nach Bacharach beginnt schließlich, und man erreicht die beeindruckende Burg Stahleck, die heute als Jugendherberge dient. Es lohnt sich definitiv, den Weg bis hinter die Burg zu folgen, statt schon vorher den Schildern zum Bahnhof zu folgen.
Hinter der Burg bietet sich die Möglichkeit, zur St. Peter Kirche und einer alten Ruine abzusteigen. Danach kann man die mittelalterliche Stadt Bacharach erkunden, wo diese Etappe ihren Abschluss findet.
